Christmas Magazine

Home     Essen & Trinken     eInvites     eCards     Magazin     Weihnachtszeit     Dekorieren

 


Übersicht     zurück     weiter

WEIHNACHTSZEIT

Weihnachtsgedichte
Weihnachtsgeschichten
Nikolaus & Weihnachtsmann
De Samichlaus chunnt
Nussknacker Suite
Weihnachten feiern
Weihnachtslieder

Google

Die heilige Weihnachtszeit
Ausschnitt aus dem zweiten Teil
Peter Rosegger (1843-1918)

Über der Waldlandschaft liegt eine starre, blasse Winternacht. Am Himmel steht der Mond, aber der Schnee auf den Fichtenbäumen flimmert nicht, denn der Mond und die Sterne sind durch eine matte Wolkenschicht verdeckt. In solcher Dämmerung sind die Höhenrücken und die Täler und Schluchten nur unbestimmt zu sehen, hier ragen die schwarzen Zacken der Bäume schärfer auf, weiterhin verschwimmen die Umrisse der Berge und Bäume teils in Frohlust, teils im Schleier eines sachte beginnenden Schneiens.

Durch diese Nacht zittert ein Klingen. Es kommt von allen Seiten her, es ist, als ob die Schneeflocken in der Luft klängen. Es steigt von den Tälern herauf, wo Dörfer und Kirchen stehen, es sind die Glocken der heiligen Weihnacht.

Welch eine wunderbare Erscheinung an diesem Tage! Wenn eines Tages am Himmel zwei Sonnen stehen, so ist das Wunder nicht größer, als jenes, das sich am Weihnachtsfeste vollzieht. Das ist ein Tag, an welchem von all den eigennützigen Menschen keiner an sich, jeder an andere denkt. Einer den andern mit Freuden zu überraschen, mit Gaben zu überhäufen, das ist das Ziel dieses Tages. Es ist kalter Winter, aber keinen friert, denn die Kerzen sind warm. Es gibt heimliche Arbeit Tag und Nacht, keiner ermüdet, keinen hungert, die Liebe zum Mitmenschen stärkt und sättigt alle. Es ist, als ob die Naturgesetze andere wären, und fast bangt man um das Gleichgewicht der Welt, da so plötzlich alles in Freude ist, da so plötzlich die Allgewalt der Charitas herrscht. Wenn ich am Morgen des Weihnachtsabends erwache und mein Auge auf den Christbaum fällt, der in Erwartung der nahen Jubelstunde still auf dem weiß gedeckten Tische steht, da werden mir die Augen feucht. O Weihnachtsfest, das du die Herzen der Menschen erweckest und mit himmlischem Maienhauch die Erde zum Heiligtum wandelst, sei gegrüßt! Sei gegrüßt, du göttliches, du unbegreifliches Weihnachtsfest.

zur Übersicht

 

 

Über uns     Kontakt       Urheberrecht     Sitemap     English Magazine     Magazine Français


© 1999- Christmas Magazine
All rights reserved
Zauber für die Weihnachtszeit

Calla Magazine
Calla Magazine - Virtually blooming!


Flickr     folge uns auf Twitter     folge uns auf Facebook

NO IMAGES MAY BE USED ON WEBSITES OR BLOGS
WITHOUT PRIOR PERMISSION.