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Weihnachtsgedichte |
De Samichlaus chunnt Als meine Brüder und ich noch klein waren, hatten wir jedes Jahr Besuch von Samichlaus (Nikolaus) und seinen Schmutzlis (Knecht Ruprecht). Dieser Abend war von uns dreien gefürchtet. Die Wochen zuvor verbrachten wir damit ein Versli (Gedicht) auswendig zu lernen um dem Samichlaus vorzutragen. Je kürzer das Gedicht, desto besser. Auswendig lernen war schon damals nicht meine Stärke. Um den sechsten Dezember herum kann man abends in vielen Nachbarschaften eine sehr vertraute Glocke hören. Für Kinder hiess das, er kommt auch dieses Jahr wieder... Die Klänge dieser Glocke liess unsere Herzen höher schlagen! Am Tag des angekündigten Samichlaus Besuchs waren wir immer die artigsten und ruhigsten Kinder. Naiv wie wir waren, glaubten wir in letzter Minute Samichlaus' Meinung über uns noch etwas beeinflussen zu können. Gegen den Abend wurden wir langsam nervös. Als wir die Glocke vor der Haustür läuten hörten, wurden unsere Gesichter weiss und starr und wir konnten unsere Herzen schlagen hören.
Nachdem Tadel und Lob erwähnt waren und Samichlaus mit uns fertig war, leerte einer der Schmutzlis seinen Jutesack auf den Boden aus. Der Sack enthielt immer eine Menge Nüsse, Orangen, Manderinen, Schokolade, Lebkuchen und sonstige Leckerbissen. Nun wurden wir Kinder langsam wieder uns selbst. Die grosse Erleichterung kam allerdings erst, als die Tür hinter Samichlaus und seinen Schmutzlis geschlossen wurde.
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