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Essen & Trinken
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Der Dreikönigskuchen und sein Fest Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Max Währen. Die Ursprünge des bei uns am 6. Januar beliebten Dreikönigskuchens sind im alten Rom zu suchen. Zu Ehren des Saatengottes Saturn wurde damals jeweils im Dezember ein ausgelassenes Volksfest veranstaltet. Während dieser Feierlichkeiten galt es unter anderem mit einem Spiel (Eintags-)Könige zu erküren. Damit verbunden war ein Essen, zu dem auch Arme eingeladen wurden. Auch Sklaven durften König sein Vor rund 2000 Jahren ehrten die alten Römer ihren Saatengott durch ein vergnügliches Fest der Freiheit und Gleichheit, bei dem auch Sklaven an einem Tag König sein durften, wenn ihnen das Los hold war. Im Königskuchen versteckte man ursprünglich eine Bohne (es gab ja noch keine Porzellan- oder Kunststoff-Figürchen) oder seltener einen Silberling. Wer die Bohne fand, wurde Bohnenkönig und konnte einen Hofstaat ernennen. Die Ehre ist allerdings vergänglich, nach dem Dreikbnigstag ist sie dahin. Der Brauch fand offenbar Anklang. über die römischen Legionen verbreitete er sich bis an die Donau und über Frankreich nach England. Der römische, saturnische Brauch wird von uns heute zu Ehren der heiligen drei Könige oder der drei Weisen aus dem Morgenland, wie sie im Evangelium genannt werden, praktiziert. König für einen Tag im alten Brauchtum Der Brauch, am Dreikönigstag einen Bohnenkönig auszulosen, ist noch immer von so robuster Lebendigkeit, dass die Bäckereien - ganz ohne folkloristische Pflege - jeden Januar Fladen und Kuchen, in die eine Bohne eingebacken ist, in Fülle anbieten. Sein Zeremonial hat sich freilich seit den Anfängen vereinfacht. Man schneidet den Fladen in so viele Stücke als Gäste da sind, bedeckt ihn mit einem Tuch und verlost die unsichtbaren Teile. Wer in dem seinen eine Bohne findet, bekommt die Krone und wählt sich einen Partner, so dass ein königliches Paar regiert. Weshalb eine Bohne? Zunächst einmal kann man praktische Gründe anführen, so ein Hülsenfruchtkern war jederzeit leicht zu beschaffen und erhielt sich auch nach dem backen als erkennbarer Fremdkörper im Kuchen. Er war nicht zu gross und nicht zu klein und ohne störenden Geschmack. Vom Sammelobjekt zur billigen Plastikfigur Die Bohne konnte anderswo eine Münze sein, heute ist nur noch ihr Name erhalten, wirklich eingebacken sind winzige Porzellanfigürchen. Die Änderung vollzog sich langsam von etwa 1870 ab. Die volkstümliche Erklärung dafür, zu oft habe ein Geizhals lieber die Bohne verschluckt, als Wein oder andere Geschenke, wie es das Herkommen vom König verlangt, zu spendieren, erscheint angesichts der langen Tradition des Brauchs eher witzig als richtig. Die Motive, zunächst Wickelkinder, Könige und Königinnen, mit Blumen bemalte Pantöffelchen, verschlungene Hände, vermehrten sich erstaunlich rasch, so dass um die Jahrhundertwende ein breit gefächertes Sortiment vorlag, das sich jährlich mit modischen Neuerungen erweiterte, bis das Angebot mit dem Zweiten WeItkrieg stagnierte. Seit den 50er Jahren stellt man die Figürchen aus Plastik her. Sie machen niemand Freude und scheinen sich trotz ihrer Billigkeit auch bei den Bäckern nicht recht durchzusetzen, zumal der Kunde dazu neigt, von der Qualität der Bohne auf diejenige des Kuchens rückzuschliessen. In Nordfrankreich werden sogar kleine Biskuitröhrchen hergestellt, auf denen eingeprägt ist: "Zerbrich mich und lies mich". Im Innern befinden sich Zettelchen mit munteren Versen. Früher haben die Handwerker ihren Kunden die Leckerei ins Haus gebracht, nachdem sie zuvor mit Bestelllisten durchs Dorf gegangen sind. Dreikönig - das war wie ein zweites Weihnachtsfest - und ist es offenbar heute noch. |
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