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WEIHNACHTSDEKORATION
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Ein Weihnachtsbaum zum Liebhaben Seit meiner Jugend wusste ich genau, wie ein Christbaum auszusehen hatte. Eine schlichte Tanne musste es sein mit geraden, kräftigen Ästen und einem robusten Nadelkleid. Von schlankem Wuchs sollte sie sein, damit sie bequem durch eine normale Zimmertüre passt. Auch eine gewisse Höhe durfte sie nicht überschreiten, denn es gab ein Tischchen, auf dem sie stets am selben Platz im Wohnzimmer aufgestellt wurde. In jenem Jahr aber kam es anders. Ich war inzwischen Mutter eines dreijährigen Sohnes, der sich zum Fest nichts sehnlicher wünschte als einen ganz großen Weihnachtsbaum. Mit den üblichen Tannen, von denen ein paar auf unserem Grundstück standen, hatte er im Sommer unerfreulich stachelige Erfahrungen gemacht. Deshalb sollte unser Weihnachtsbaum ganz zarte Nadeln haben. "Dieses Mal werde ich die Sache in die Hand nehmen." Mit diesen Worten klärte uns mein Mann über die anstehende Beschaffung des Christbaumes unmissverständlich auf. Mit einem Lkw fuhr er zwei Tage vor dem Heiligen Abend in Richtung Wald. Die Dauer seiner Abwesenheit gab schon zu diversen Spekulationen Anlass. Da ließ uns ein lautes Hupkonzert auf die Terrasse laufen - und wir sahen ihn: den Weihnachtsbaum. Er bedeckte fast die ganze Ladefläche des Lkw, und ein Ehrenplatz in einer Kirche wäre ihm sicher gewesen! Als mein Mann ihn vom Wagen hob und sich die langen Äste mit den weichen Nadeln neigten, war eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Trauerweide unverkennbar. Dieser Anblick hatte mir wohl die Sprache verschlagen. Da spürte ich den Ellenbogen meiner Mutter in der Seite und hörte mit ziemlichem Erstaunen, wie sie zu meinem Mann sagte: "Du hast den schönsten Baum erstanden, den dein Kind sich wünschen konnte." Zu mir flüsterte sie: "Den Rest machen wir zwei ..." So kam es, dass am Heiligen Abend ein wunderschöner Christbaum in unserer Stube stand und sie fast ausfüllte. Unsichtbare Fäden hielten die zuvor gesenkten Äste. Neben dem Weihnachtsschmuck hatten vor allem eine Säge und eine Schere zu seiner Festtagsform beigetragen. Das schönste aber an diesem Baum war die Freude, die er meinem Sohn und dadurch uns allen schenkte: "Wir haben einen Christbaum zum Liebhaben", verkündete er allen Besuchern und nahm mit leuchtenden Augen ein paar Zweige in seine Arme. Wunschzettel - ein Gedicht |
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